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Review


 

Rachel Andrew [2005]: Der CSS-Problemlöser
dpunkt.verlag, Heidelberg
336 Seiten
35,00 EUR

Nur wenige Softwareentwicklerinnen kommen heutzutage noch ohne zumindest Grundlagen-Kenntnisse der Webtechnologien aus. Dabei sind meist zwar die wesentlichen Grundlagen von HTML, CSS und JavaScript bekannt, die Besonderheiten und fortgeschritteneren Dinge wie Crossbrowser-JavaScript oder CSS-Layout hingegen oft gar nicht oder nur rudimentär bekannt. Hier setzt das Buch der Webdesignerin Rachel Andrew an. Zielgruppe des Buches sind gemäß der Angaben auf der Rückseite und in der Einleitung Webdesignerinnen und Webprogrammiererinnen. Ob dieses Buch für die Webdesignerin und die gewiefte HTML-Coderin weitgehend genug ist, bezweifle ich etwas. Allerdings werden wir Software-Entwicklerinnen, die im Rahmen von Webprojekten immer auch Berührungspunkte mit Webdesign, HTML, JavaScript und CSS haben, aus diesem Buch großen Nutzen ziehen können. Wir haben mit CSS meist nicht so viel zu tun, dass wir dort ausgewiesene Expertinnen wären oder es auch nur sein wollten. Daher brauchen wir häufig einfach eine schnelle Lösung für ein konkretes Problem. Und genau darin liegt die Stärke dieses Buches.
Dieses Buch besteht aus ca. hundert Rezepten für konkrete Probleme, die man mit CSS lösen kann oder über die man bei der Nutzung von CSS stolpert. Wie bei einem Pattern-Buch wird dabei bei jedem Problem erst beschrieben, was das Problem ausmacht, und dann eine Lösung für das konkrete Problem geliefert. Das kann mal gerade eine halbe Seite sein oder bei komplexeren Problemen auch über mehrere Seiten gehen. Dabei behandelt die Autorin alle wesentlichen Felder, angefangen bei einfachen Dingen wie Textformatierung, -einrückung und -umwandlung bis hin zu komplexen Seitenlayouts und am Ende auch einigen Browser-spezifischen Erweiterungen. Hierbei weist die Autorin ausdrücklich darauf hin, dass diese allenfalls als Ergänzung und bspw. nur in einem Intranet mit vorgegebenem Browser nutzbar sind.
Für Entwicklerinnen im JSP-Umfeld dürften v.a. die Problemlösungen für den Umgang mit Formularen und Tabellen wertvolle Lektüre sein, sind dies doch immer wiederkehrende Problemfälle in der Entwicklung webbasierter Projekte. Und so wünschenswert die Trennung von Web-Design und Software-Entwicklung wäre, so zeigt die Praxis doch, dass diese fast nirgends sauber eingehalten wird und man um Kenntnisse und Problemlösungen auch für darstellerische Aspekte nicht herum kommt.
Gut gefällt mir, dass immer wieder auf Eigenheiten des Safari-Browsers hingewiesen wird. Der Mac wird von Softwareentwicklerinnen im Webumfeld - häufig aufgrund mangelnder Testmöglichkeiten - oft vernachlässigt und nicht genügend getestet. Die Hinweise auf Safari-Besonderheiten bewahren hier vor unnötigen Fallen. Zudem gibt die Autorin einem Hinweise an die Hand, wie man ohne Apple-Rechner Seiten auf einem Safari-Browser testen kann. Überhaupt ist das Kapitel über unterschiedliche Endgeräte (bspw. Screenreader für sehschwache und blinde Personen oder auch WebTV und Drucker) und unterschiedliche Browser und Browserversionen eine wichtige Hilfe, um browserspezifischen Problemen aus dem Weg zu gehen. Wir alle kennen die Probleme zu Genüge, haben mehr als einmal den Internet Explorer oder Netscape 4.x verflucht und uns gefragt, wie man denn nun wieder diese Besonderheit des ein oder anderen Browsers umschiffen kann. Sicherlich nicht für alle, aber doch für viele Fälle findet man in diesem Buch Antworten.
Zugegebenermaßen findet man naturgemäß auch viel zu CSS im Netz. Eine empfehlenswerte Seite ist bspw. die englischsprachige Seite "A List Apart". Dennoch halte ich dieses Buch für eine gute Ergänzung, da es gezielt Antworten auf geläufige Probleme bündelt. Und das zu einem - für Computerbücher - fairen Preis.
Fazit: Wer fit im Webdesign ist und CSS im Schlaf herunter beten kann, für den ist dieses Buch sicher nichts. Wer aber Hilfen für immer wiederkehrende Probleme mit CSS sucht, der wird hier fündig werden. Das Buch ist vor allem für diejenigen geeignet, die zwar mit CSS in ihrer täglichen Praxis zu tun haben, aber weder die Zeit noch die Lust dazu haben, sich mit den Tiefen der Materie auseinander zu setzen. Und letzteres dürfte gerade bei Entwicklerinnen Java-basierter Webanwendungen eher die Regel denn die Ausnahme sein ;-) Der Preis des Buches ist angemessen und dass das Buch zudem ordentlich lektoriert ist - etwas, was leider selten geworden ist - rundet den positiven Gesamteindruck weiter ab.




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