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Review


 

Volker Turau, Krister Saleck und Christopher Lenz [2004]: Web-basierte Anwendungen entwickeln mit JSP 2.
dpunkt.verlag, Heidelberg
478 Seiten
49,00 EUR

Dieses Buch ist neben Vonhoegens Buch "Einstieg in JavaServer Pages 2.0" das Zweite JSP-Buch, das mir bei der Frage nach Empfehlungen sofort in den Sinn kommt. Dabei ist dieses Buch ganz klar das Buch für fortgeschrittene Web-Entwicklerinnen.
Im Gegensatz zu Vonhoegens Buch gibt hier der Titel auch ganz klar den Fokus des Buches wieder. Dieser liegt eben nicht auf der Behandlung der Syntax von JSPs, sondern darin, unter Zuhilfenahme von JSPs und anderer auf dem Titel in kleinerer Schrift erwähnten Technologien Anwendungen zu entwickeln. Insofern ist das Design und die Architektur webbasierter Anwendungen Schwerpunkt dieses Buches.
Wer auf der Suche nach Erklärungen zur Syntax ist, wird hier enttäuscht werden. Das Kapitel "Java Server Pages" umfasst sogar nicht mal 50 Seiten ;-) Das allerdings täuscht dann doch. Nicht nur, weil es bspw. noch ein Kapitel zur Expression Language und der Java Standard Tag Library gibt, sondern weil sich JSPs immer mal wieder in dem Buch finden, aber eben überall nur als Mittel zum Zweck: Als View. Erstklassige syntaktische Erläuterungen gibt es v.a. bei der sehr guten Darstellung der EL und der JSTL, wenn dieses Kapitel auch nicht so ausführlich wie bei Vonhoegen ausfällt.
Die fehlende Syntax wird aber bei der Behandlung all der Themen mehr als wett gemacht, die ansonsten gerne unter den Tisch gekehrt werden. Die Darstellung der verschiedenen geläufigen Architekturmodelle Java-basierter Webapplikationen ist sehr ausführlich unter klarer Benennung der jeweiligen Vor- und Nachteile. Struts und JavaServer Faces werden in einer für das architekturelle Verständnis notwendigen Tiefe behandelt. Man bekommt bei beiden doch so viel Einblick, um informiert entscheiden zu können, ob diese Technologien für ein Projekt in Frage kommen. Wie man damit im Einzelfall entwickelt, das bleibt logischerweise eigenen Büchern überlassen. Gleiches gilt für JDBC (was man m.E. auch bei dem Niveau, auf dem sich das Buch bewegt, hätte weglassen können) und die Java Connector Architecture. Letzteres ein wichtiges Thema bei der Anbindung sogenannter Legacy-Anwendungen.
Sehr ausgiebig ist auch das Sicherheits-Thema behandelt, angefangen von der Authentifizierung und Autorisierung bis hin zur Generierung von SSL-Zertifikaten.
Ein Highlight, das mir persönlich besonders gefallen hat, ist das ausführliche Kapitel zum Testen webbasierter Anwendungen. Hier stellt das Buch nicht nur den inzwischen weit verbreiteten Klassiker JUnit vor, sondern auch das Framework Cactus, das besonders zum Testen serverseitiger Objekte wie Servlets geeignet ist.
Obwohl das Buch aus dem akademischen Umfeld entstammt, ist es keineswegs verklausuliert geschrieben. Schaubilder, hinreichend Code und ein verständlicher Schreibstil machen vielmehr das Buch zu einer runden Sache. Obwohl das Buch einen sehr starken Fokus auf die Architektur von webbasierten Anwendungen legt, ist es doch an keiner Stelle oberflächlich. Es behandelt vielmehr die Materie tiefgreifend genug, um sie wirklich zu verstehen und nicht nur mitreden zu können. Wo nötig, können die Autoren extrem genau werden und sich mit Deployment-Deskriptoren oder der Generierung von Sicherheits-Zertifikaten herumschlagen, ohne sich indes in unnötigen Details zu verlieren.

Fazit: Während das Buch für Einsteigerinnen völlig ungeeignet ist, ist es für Fortgeschrittene, die den Blick auf die gesamte Anwendung suchen, das Beste, was der Markt zu bieten hat. Dabei gelingt dem Buch von Turau u.a. wie keinem zweiten der Spagat zwischen der untersten Code-Ebene und der architekturellen Sicht - gerade diesen Brückenschlag schaffen leider viel zu wenige Autorinnen.




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